Ja, wie soll ich anfangen.. Die 2 Wochen, in denen ich bereits in meiner neuen Wahlheimat den USA verbracht habe, sind wie im Flug vergangen. Meine Familie ist ein liebevolles älteres Ehepaar mit ordentlich Elan :) Das erste Wochenende habe ich zusammen mit ihren Enkelkindern und einer Freundin in Minneapolis (Minnesota) in der Mall of America zum shoppen verbracht.
Wisconsin ist echt ein ganz ganz toller Staat, wenn man, nun ja... nicht viel machen will. Besonders für mich als Neuling war es nicht ganz so leicht zu verstehen, dass es außer der Schule und den außerschulischen Aktivitäten ( die ironischerweise IN der Schule stattfanden) nichts zu tun gab.
Solangsam wurde es dann ernst. Mein erstes Zusammentreffen mit meinem guidance counselor, einer jungen, hilfsbereiten jungen Frau. Nun ging es darum, welche Fächer ich das Schuljahr, dass ich als Senior an der Lincoln High School in Wisconsin Rapids verbringen werde, belegen werde. Hier der Stundenplan meines ersten Semesters:
1. American Studies 2. Study Hall 3. Algebra 2 4. Spanish 3 5. Lunch ;) 6. English 7. Introduction to Marketing and Business 8. Organic Biochemistry.
(In Psychology wollte man mich, glaub ich, nicht so recht ;))
Nachdem die restliche "paperwork" fertig war, bin ich mit einem etwas mulmigen Gefühl nach Hause gefahren.
Orientation:
Ja, 10 Minuten zu spät und zack, Türen vor der Nase zu geschlagen. Damn. Das hieß ich musste mich in der 1. Stunde ohne schedule (Stundenplan) irgendwohin begeben, um die orientation für diejenigen mitzubekommen, die die 1. verschlafen hatten.. Vollkommen verloren hab ich mich an die schuleigene Rezeption gewandt, wo mir ein strahlendes Gesicht ganz genau erklärt hat, was ich jetzt genau wo machen müsse. Ich war so dankbar. Nach der orientation, die ziemlich schnell vorbei war, hat mich mein Seniorbetreuer durch die Schule geführt, mir meinen locker (Spind) gezeigt und mich zu meiner ersten Stunde (American Studies) gebracht.
Schule: JA, American Studies.. wie ich dieses Fach und insbesondere den Humor des Lehrers, der noch psychologie jeglicher Art unterrichtet, liebe :) Mit seinen 5 Brocken deutsch um sich werfend, hießen er und der Rest der Klasse mich willkommen :) So ein durchgeknallter, liebenswürdiger Pädagoge. Nach dem Unterricht, dem ich übrigens sehr gut folgen konnte (den mehr als akrobatischen Vorführungen meines Lehrers sei dank) bat er mich kurz nach vorne, um noch einiges bezüglich meines Wissenstandes zu klären.
Meine Spanischlehrerin (damals noch im 2. Level) kam mit einem geträllerten "¡Buenos dias chicos!" in die Klasse gestürmt und hat uns nach unseren "nombres españoles" gefragt.. Ich heiße Nuria :)
Englisch mit Misses "K.", weil wohl kein Amerikaner Misses Kozlowski sagen kann ;) ist einfach zuckersüß. Wir mussten Interviews führen, um uns gegenseitig kennenzulernen. Jap. First problem. Die eine Hälfte waren irgendwelche blonden, typisch amerikanischen Mädels mit "glittery flip-flops" und der Lieblingsfarbe pink oder lila. Die andere Hälfte bestand aus Bauern. Nicht, dass ihr jetzt denkt, dass ich was gegen Bauern hab, im Gegenteil. Fast alle meiner Freunde in meiner 2. Heimat Schattwald, Tirol sind in der Landwirtschaft tätig. Aber diese Farmer Boys erfüllten einfach das Klischée. "What`s the most important thing you own? - My truck" ; "What`s the worst thing ever happened to you? - My truck broke" :D ich hab mich kaum noch halten können :) Nur zur Info: ICH HABE KEINE AHNUNG, IN WELCHE CLIQUE ICH GEHÖRE...
Das Highligt meines Aufenthaltes ist, bis jetzt hoffe ich doch, das "fire" bei nem amerikanischen Freund, den ich durch mehrere Ecken (Facebook sei dank) kennengelernt hab und auf meine Schule geht, kennen gelernt hab. Ich wurde von zu Hause abgeholt, weil hier ist es ja kein Problem, mit 16 den Führerschein zu erwerben -.- :) Wir sind also zuerst an einen See gefahren und haben da ein Spiel gespielt. Ähnlich wie Golf nur mit Frisbees und Auffangbehältern. Dann als die Dämmerung einbrach sind wir zu dem Haus gefahren und habe im Garten ein kleines Lagerfeuer angezündet. Allmählich, nachdem sich dann der Garten füllte, wurde etwas mehr geplaudert und die 3 Austauschschüler (2 deutsche und eine Norwegerin) vorgestellt. Wir beiden Deutschen hatten den Vorteil, dass der Gastgeber ein Jahr in der Wiener Umgebung verbracht hat und somit fließend deutsch mit krassem wiener Akzent spricht. Alles in allem war es ein sehr sehr gelungener Abend. Nur das doofe war: ich roch so intensiv nach Rauch, dass ich meine Haare several times waschen musste, bis ich einigermaßen unsmoky roch :D
Das ist erstmal alles wichtige, was bis jetzt passiert ist :) Ich hoffe, ihr könnt jetzt hiermit wenigstens ein bisschen was anfangen ;)
Alles Liebe aus Wisconsin dem amerikanischen "Dairyland" :D
Kirsten
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